Mensch, Meyer …

Der (Noch-)Landwirtschaftsminister Christian Meyer war mir noch bis vor kurzem ausgesprochen sympathisch. Er machte auf mich einen gemütlichen Eindruck, und seine Anstrengungen, die Massenerzeugung von Fleisch etwas einzudämmen, fand ich zumindest diskutabel. Es ist eines der wenigen Themen, in denen die Grünen noch als Gewissen der Nation authentisch  sein könnten.

Umso geschockter war ich, als ich diese Nachricht lesen musste:

Ehrlich gesagt, ich war mir sicher, dass es sich hier um Fake-News handeln musste.  Hier musste jemand etwas mit seinem Konterfei gepostet haben, was gar nicht von ihm stammte. Ich bin kein regelmäßiger Besucher von Christian Meyers Facebook Seite. Ich wollte wissen, was da los ist.

Ich klickte mich also durch zu seiner Facebook-Seite, und musste feststellen, dass dieser Eintrag wohl tatsächlich von Christian Meyer, dem gemütlichen, freundlichen, etwas hausbacken scheinenden Landwirtschaftsminister, stammen musste. Unter seinem Post standen bereits kritische Kommentare. Man muss ihm zugute halten, dass er diese nicht löscht (oder kam er noch nicht dazu ?).

Ja, was zum Teufel ist denn mit ihm los ? „Schwarz-gelbe Hetzer“?Die wollen den Grünen das „Land wegnehmen“,  diese „kaltherzigen Menschenfeinde“.

Gut – es ist Wahlkampf, und auch dieser ist kein Ponyhof. Ich finde es lächerlich, wenn sich jeder bei groben Formulierungen  gleich ins Hemd macht. Aber hier ist der Gute doch etwas über das Ziel hinaus geschossen. Oder ist der gute Christian Meyer gar nicht so gut ?

Die Grünen haben kein wirkliches Thema mehr, das als ein Alleinstellungsmerkmal erkennbar ist. Auch in Niedersachsen rückt die 5 % – Hürde immer näher.  Von 13,7 % bei der Landtagswahl 2013 fielen die Grünen auf 8 – 9 % zurück. Da gilt nun wohl tatsächlich: „Auch schlechte Publicity ist Publicity“. Ich finde, hier hat Christian Meyer echt übertrieben und sollte die Dinge an den rechten Platz rücken.

Oder ist man jetzt durch den Weggang der Landtagsabgeordneten Twesten so dünnhäutig geworden, dass man grundlos um sich beißt ?

Schade, Christian Meyer, Sie waren mir stets sympathisch. Leider jetzt nicht mehr. Und ich bleibe bei meinem Statement über die Grünen: „Mission accomplished“. Wegtreten und auflösen – vor allem aber aufhören, solche Unverschämtheiten abzusondern. Setzen – 6.

Dieselgate – sind bequeme Autofahrer der Grund ?

Okay, hier ist vermintes Gelände. Trotzdem von mir ein Beitrag zu diesem Thema.

Zunächst mal gehe ich davon aus, dass die Abgasentgiftung bei modernen Dieseln funktioniert. Denn das lässt sich bei den Labortests nachweisen. Solange die Motorsoftware „annimmt“, dass sich das Fahrzeug auf einem Teststand befindet, wird die Abgasentgiftung aktiviert und alle gemessenen Werte sind super.

Warum funktioniert die Abgasentgiftung nicht im Fahrbetrieb ? Soweit ich das Ganze verstanden habe, wird für die Entgiftung Harnstoff benötigt, der als zusätzliche Flüssigkeit in einem dafür vorgesehenen Tank mitgeführt werden muss. Solange der Motor läuft und die Entgiftung arbeitet, wird der Harnstoff verbraucht. Möglicherweise gibt es ein durch chemische oder physikalische Formeln festgelegtes Verhältnis zwischen Diesel und Harnstoff.

Das bedeutet also, dass nach einer Anzahl von Kilometern die mitgeführte Harnstoffmenge aufgebraucht ist. Könnte also sein, dass eine Tankanzeige leuchtet und zum Harnstoff-Tanken auffordert. Je größer man nun den Harnstofftank macht, desto länger kann man fahren bis das passiert. Gleichzeitig führt man aber bei vollem Harnstofftank zusätzliches Gewicht mit, das beim Abbremsen extra Kraftstoff benötigt. Aus energetischen Gründen sollte der Harnstofftank also eher klein bemessen werden – und so geschah es wohl auch.

Um nun nicht die Dieselfahrer mit einem weiteren Füllstand zu nerven (das wäre möglicherweise ein Showstopper), suchte man in der Autoindustrie nach Wegen, den Harnstoffvorrat nicht außerhalb der Servicetermine nachfüllen zu müssen. Dies erforderte, dass man die Abgasentgiftung möglichst häufig abschaltet, um den Harnstoffverbrauch zu schonen.

Die Abschaltung der Abgasentgiftung wird per Software gesteuert. Deshalb lässt sich über ein Softwareupdate die Abgasentgiftung problemlos für den Fahrbetrieb dauerhaft aktivieren. Der einzige Nachteil für den Fahrer: er muss sich nun daran gewöhnen, den Flüssigkeitsstand des Harnstofftanks zu überprüfen.

Was ist das Problem ?