Ich fall‘ tot um …

… nun ja, ich hätte tot umfallen müssen, als ich noch geraucht habe. Denn als Raucher setzte ich mich einer Belastung von 200.000 µg/cbm NO2 aus. Ist es nicht ein Wahnsinn ? Ich habe mindestens 10 Jahre meines Lebens geraucht, und auch einige Zeit in verqualmten Kneipen verbracht, als es sie noch gab …

Dass irgendetwas mit den NO2-Grenzwerten nicht stimmen kann, wissen wir, seitdem neben dem EU-Grenzwert von 40 µg/cbm auch die maximale Konzentration am Arbeitsplatz (MAK) öffentlich gemacht wurde, die bei 950 µg/cbm liegt und damit mehr als zwanzig Mal so hoch ist. Die MAK gibt an, welche Konzentration am Arbeitsplatz, also 40 Stunden pro Woche, zulässig ist. Warum wir im Freien unter keinen Umständen mehr als 40µg/cbm zulassen, ist mir nicht klar. Gibt es demnächst Ruhebänke am Deisterplatz oder ist dort ein Campingplatz geplant ? Stellt sich demnächst dort jemand ein Bett hin ?

Die meisten Diesel-PKW Euro 5 und Euro 6 stoßen wesentlich mehr NO2 aus als sie dürften. Hier ist die Autoindustrie in der Pflicht zur Nachbesserung – auch mittels Hardware.

Wie sieht denn die NO2-Belastung in Deutschland überhaupt aus ? Antwort gibt das Umweltbundesamt:

Die Zahlen zeigen, dass die Belastung der Luft durch die NO2 seit Jahren sinkt. Selbst in den Städten haben wir (Stand 2017) im Schnitt nur 21 µg/cbm – erst in verkehrsnahen Lokationen zeigt sich ein Schnitt von 37 µg.

Nur an der Hauptverkehrsstraße oder an der Autobahn gibt es Belastungen, die in Spitzenzeiten den Grenzwert von 40 µg/cbm überschreiten könnten.

Auch folgende Grafik des UBA ist interessant:

Wir sehen, dass der vom Verkehr abhängige Ausstoß im Beobachtungszeitraum auf etwa 1/3 gesunken ist.

Die Luft ist also  in der Vergangenheit immer besser geworden, auch weil der Ausstoß der vom Verkehr verursachten Schadstoffe immer geringer wurde, trotz steigendem Verkehrsaufkommen.

Warum jetzt plötzlich Fahrverbote erforderlich sind, um die Bürger zu schützen ist mir völlig schleierhaft. Aber halt: cui bono ?

Klagt die Deutsche Umwelthilfe etwa auf Veranlassung von Toyota ? Toyota ist einerseits Großsponsor der Deutschen Umwelthilfe (näheres hier) und andererseits mit seiner seit langem vermarkteten Hybrid-Technologie ein Konkurrent des deutschen Dieselmotors. Wäre doch toll, wenn alle deutschen Dieselfahrer auf Toyota Prius, Lexus und Konsorten umsteigen würden. Gerade Lexus macht in Deutschland viel zu wenig Umsatz um auf seine Kosten zu kommen. Da kämen Dieselfahrverbote gerade recht.

Übrigens: Die Luft in deutschen Großstädten ist nicht die schlechteste. Es gibt unter Garantie im Ausland schlechtere Luftqualität. Von Fahrverboten im Ausland für E4/E5-Diesel habe ich bisher noch nichts gehört.

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